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      Mesolithische Fischer am Fluss Sagua in Mittelkuba  

 

15 Kilometer nördlich von der Stadt Sagua La Grande hat der Fluss Sagua an einer Biegung die Böschung aufgerissen und damit den mesolithischen Fundplatz bloßgelegt, der vor 15 Jahren entdeckt worden ist.
In der flachen Marschgegend haben die Fischer und Sammler ihre Materialien für die Steinwerkzeuge mit Kanus zu ihrem Siedlungsplatz verfrachtet. Im Gegensatz zu den älteren Funden in paläolithischer Tradition haben wir es hier mit einer Siedlung und nicht nur mit einem Platz der Rohstoffbeschaffung zu tun.

 

 


 

Der bekannte kubanische Archäologe Febles hat in einem unveröffentlichten Manuskript die mesolithischen Artefakte eingezeichnet. Sie tragen feine partielle Retuschen, die die irregulären Schaber, Bohrer und Spitzen als Werkzeuge charakterisieren, auch dies ein Kennzeichen einer Siedlung im Gegensatz zu den paläolithischen Funden flussaufwärts, die kaum Endprodukte erbracht haben.

 



 

Das rechteckige längliche Instrument rechts diente als "Glätter" für die scharfen Kanten von Muscheln, die als Trinkschalen verwendet wurden.

Erstaunlich die bunte Vielfalt der mesolithischen Artefakte - darin dem europäischen Mesolithikum frappierend ähnlich - 10 000 Kilometer entfernt. Aber eine Verwandtschaft mit europäischen Traditionen verbietet sich angesichts der großen zeitlichen Unterschiede von: mehr als 5000 Jahren.

 


 

Der Beginn des Manuskripts zur Beschreibung der Fundstelle durch Jorge Febles und Raul Villavicencio. Auch hier das schreckliche Wort "inedito" unveröffentlicht, wie so oft in Kuba - ein Verlust für die Wissenschaft. Der Wert des Fundes ergibt sich schon aus der Fragestellung, ob eine Beziehung zu den älteren Funden in paläolithischer Tradition besteht.

Ob also eine kulturelle Kontinuität der Seboruco-Kultur zur mesolithischen Kultur der Boca de rio Sagua la Grande existiert? Der Augenschein spricht dagegen.

 



 

Das Mesolithikum in Kuba wird in eine ältere Phase - ohne Keramik und in eine jüngere mit Keramik unterteilt. Wir haben es mit der älteren Phase zu tun. Typisch die Verbindung der Silexartefakte mit der "dieta", den Nahrungsresten aus Muscheln. An den Stränden von Kuba finden sich viele große, durch lange Lagerung abgeschliffene und aufgebrochene Muscheln, die vielleicht Nahrungsmittel aus antiker Zeit waren.

 

 


 

Wie ist das Mesolithikum ohne Keramik in die kubanische Archäologie einzuordnen? Greifen wir auf die schon verwendete Zeittafel des Museums in Holguin zurück und vergrößern wir das Bild durch Klick auf die Vorlage: In dem Tableau rechts außen (Fases y Desarrollo) ist die allgemeinste - und aktuelle - Einordnung gegeben: "Pescadores y Recolectores" . Daneben stehen die älteren - detaillierteren - Einteilungen nach Tabio (1984) "Siboney, Gauayabo Blanco" sowie nach Guarch (1988) "Guanabacabibes"- 5000- 4000 vor heute. Eine Kontinuität zu den 15 Kilometer entfernten großen Schlagplätzen in paläolithischer Tradition ist nicht erkennbar. Die Lücke ist von etlichen tausend Jahren ist auch zu groß. Daraus ist zu schließen, dass die älteste Kultur in Kuba ausgestorben ist.

 

 



 

Zum Schluss noch ein Blick auf die bunte Welt des Mesolithikums. Die einseitige Bevorzugung des Feuersteins aus den geologischen Schichten des Spätjura/Frühkreide wie bei den Schlagplätzen der Jägern in paläolithischer Tradition treffen wir bei dieser Siedlung nicht an. Die Fischer haben neben Muscheln sogar Kiesel aus Vulkangestein zusammengetragen.

 


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